Morbider Verfall
Zoologist Sloth ist kein gewöhnliches Parfüm, sondern der Geruch von absoluter Entschleunigung und organischem Verfall. Das Opening ist morbide und faszinierend zugleich: Man atmet den unausweichlichen Prozess der Zersetzung ein. Überreife, faulende Früchte verschmelzen untrennbar mit der schweren, animalischen Aura eines Tieres, das eins mit seiner Umgebung geworden ist. Die Textur dieses Duftes ist absolut physisch es ist der Geruch von feuchtem Moos und trockenem Heu, das tief in einem staubigen, unberührten Zottelfell hängt. Die gesamte Entwicklung auf der Haut verläuft dabei in extremer Zeitlupe. Langsam, ganz langsam kriecht die Komposition vorwärts, nur um sich schließlich einer dominanten, erdigen Kümmel-Note bedingungslos zu unterwerfen und ihr förmlich zu Kreuze zu kriechen. Das Ende dieses lethargischen Spektakels ist bizarr und brillant zugleich. Der Duft stirbt nicht in kalter Dunkelheit ab, sondern döst in einem seltsam friedlichen, fast schon narkotisierenden, blühenden Akkord ein. Ein träges, morbides Kunstwerk für alle, die Schönheit in der Vergänglichkeit sehen.













