Coriander war für mich keiner dieser Düfte mit sofortigem „Wow“-Moment. Eher ein langsames Annähern. Auf dem Teststreifen direkt dieses kühle, grüne, kräuterige Profil – sehr frisch, sehr sauber, mit einer klaren Zitrusnote. Sofort musste ich an moderne Frühlingsdüfte denken, an dieses transparente Grün zwischen Minze, Kräutern und Tee. Irgendwo in der Gegend von „You or Someone Like You“, vielleicht auch ein bisschen diese ruhige Klarheit von „Wulong Cha“. Also weniger Statement, mehr Atmosphäre. Was mich von Anfang an überrascht hat: die Balance. Nichts sticht heraus, nichts wird laut. Der Koriander wirkt nicht küchenkräuterig, sondern fast mineralisch-frisch. Kühl statt würzig. Eher Morgenluft als Gewürzregal. Er ist definitiv kein „biestiger“ Duft. Keine scharfen Kanten, kein provokanter Twist, kein Raumfüller. Aber genau das ist letztlich seine Stärke. Auf der Haut bleibt er lange als leiser, sauberer Duftschleier erhalten. Ich nehme ihn nicht permanent bewusst wahr, sondern eher in Momenten – beim Bewegen, beim Hochziehen des Pullovers, abends nochmal auf der Haut. Und jedes Mal denke ich: „Ja, genau so möchte ich riechen.“ Sehr natürlich. Sehr unangestrengt. Sehr ich. Coriander ist für mich inzwischen klar ein Alltagsduft geworden. Einer, den man morgens automatisch greift, wenn man frisch, gepflegt und klar wirken will, ohne nach Parfum zu „riechen“. Fast schon funktional im besten Sinne: Er passt immer, stört nie, funktioniert im Büro genauso wie draußen im Frühling oder an milden Sommerabenden. Kein Sammlerstück zum Staunen. Sondern einer zum Tragen. Und genau deshalb durfte er am Ende einziehen.