Hibiscus Mahajad war so ein klassischer Teststreifen-Moment: einmal draufgesprüht und direkt gedacht – shit, der ist gut. Diese Mischung aus fruchtigen Noten, Vanille und Amber trifft ziemlich genau meinen Sweet Spot für kältere Jahreszeiten. Süß, aber nicht klebrig. Warm, aber nicht schwer. Irgendwas zwischen saftig und cremig. Sehr rund. Sehr gefällig. Ich verstehe sofort, warum das einer der Bestseller des Hauses ist. Wirkt hochwertig, dicht, fast schon luxuriös in der Textur. Auf dem Papier entwickelt er sich dann richtig schön weiter. Bleibt stundenlang präsent, verliert kaum an Kraft. Immer wieder steigt dieses warme, fruchtig-bernsteinige Aroma hoch. Und vor allem: Er fühlt sich anders an als vieles in meiner Sammlung. Kein typischer Designer-Amber, kein Standard-Gourmand. Schon eigenständig. Gedanklich war er da schon als Herbstkandidat markiert. Auf der Haut dann allerdings ein anderes Bild. Die schöne, warme Fruchtigkeit kippt bei mir leicht ins Muffelige. Weniger spritzig, weniger lebendig als auf dem Streifen. Fast ein bisschen stickig. Als hätte man die Fenster geschlossen. Er ist immer noch stark, immer noch langanhaltend – vielleicht sogar zu stark. Statt eines angenehmen Duftschleiers bekomme ich eher eine dichte Wolke, die mich dauerhaft begleitet. Und das nimmt ihm diese Leichtigkeit, die ich am Anfang so spannend fand. Mit der Zeit gewöhne ich mich dran, und schlecht ist er definitiv nicht. Aber dieses anfängliche „Wow“ kommt nicht zurück. Am Ende bleibt für mich: objektiv beeindruckend gemacht, hohe Qualität, starke Performance, klarer Signature-Charakter – nur leider nicht ganz mein Tragegefühl. Eher ein Duft, den ich spannend finde. Nicht einer, den ich automatisch greifen würde. Und das ist für mich dann meistens das entscheidende Kriterium.