Wenn der Winter Federn bekommt
Wer bei Snowy Owl an frisch gewaschene Bettwäsche, eisige Luft und makellos weißen Schnee denkt, könnte eine Überraschung erleben. Denn diese Schneeeule sitzt nicht auf einer flauschigen Wolke. Sie lebt mitten in der Natur. Der erste Sprühstoß führt mich in einen winterlichen Wald. Es riecht kühl, feucht und ausgesprochen grün. Nach Moos, Erde und Waldboden, der unter einer langsam schmelzenden Schneedecke zum Vorschein kommt. Ein wenig muffig ist es hier durchaus, stellenweise auch leicht synthetisch. Und doch empfinde ich diese eigentümliche Mischung als angenehm. Von Cremigkeit oder Süße zunächst keine Spur. Stattdessen scheint sich der Duft ganz auf seine grüne, erdige Umgebung zu konzentrieren. Doch irgendwann verändert sich die Szenerie. Die schroffen, feuchten Konturen werden weicher. Das Grün tritt langsam zurück und etwas Warmes, beinahe Kuscheliges macht sich bemerkbar. Und plötzlich ist es da: das Federvieh. Eine animalische Facette, die nicht laut oder unangenehm wirkt, sondern mich tatsächlich an das warme Gefieder eines Tieres denken lässt. Als hätte die Schneeeule ihren Platz im winterlichen Wald verlassen und sich ganz in meiner Nähe niedergelassen. Snowy Owl ist für mich kein klassischer Wohlfühlduft und schon gar kein gefälliger Winterbegleiter. Vielmehr ist er ein kleines olfaktorisches Naturporträt. Ungewöhnlich, eigenwillig und erstaunlich lebendig. Ob ich selbst so riechen möchte, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich bewundere, wie überzeugend Zoologist hier eine ganze Landschaft mitsamt ihrem gefiederten Bewohner eingefangen hat.













