

Die Geschichte von Ex Nihilo beginnt nicht in einem Labor oder Atelier, sondern in der Finanz- und Technikwelt. Benoît Verdier, Sylvie Loday und Olivier Royère kündigen ihre Jobs und eröffnen 2013 eine Boutique in der Rue Saint-Honoré in Paris - direkt zwischen Gucci und Galliano.

"Als man ein neues Unternehmen gründet, hat man auch die Möglichkeit, ein altes Haus zu kaufen und dann Storytelling und Narrative zu erfinden. Aber wir wollten aus dem Nichts starten und die Marke unserer Träume erschaffen."
- Benoît Verdier, Co-Gründer von Ex Nihilo (übersetzt)
Dass keiner der drei klassischer Parfümeur ist, sehen sie als Vorteil. Sylvie Loday hat am MIT Astronautik studiert und bei der NASA gearbeitet. Olivier Royère kommt aus dem Bankensektor. Benoît Verdier verantwortet die kreative Richtung. Zusammen bringen sie Perspektiven mit, die der Branche sonst fehlen.
Was Ex Nihilo von vielen Nischenmarken unterscheidet, ist das Prinzip der "Carte Blanche". Die Parfümeure bekommen vollständige kreative Freiheit - ohne Budgetlimits für Rohstoffe. Wo andere Marken ihren Parfümeuren enge Briefings und Kostenvorgaben machen, setzt Ex Nihilo auf Vertrauen.
"Einer der Gründe, warum wir Ex Nihilo gegründet haben, war das Gefühl, dass es kein Geheimnis und keine Magie mehr in der Branche gab - alles war zu formelhaft geworden. Wir wollten einfach die besten Materialien verwenden, die wir finden konnten."
- Benoît Verdier, in BeautyMatter (übersetzt)
Dazu kommen die sogenannten "Captives" - exklusive Duftmoleküle, die zusammen mit dem Duftstoffhersteller Givaudan entwickelt werden. Diese Moleküle gibt es nirgendwo sonst zu kaufen. Kombiniert mit hochwertigen Naturmaterialien, oft aus Grasse, entstehen Kompositionen, die sich tatsächlich anders anfühlen als der Mainstream.
Die Marke nennt ihren Ansatz "Techno Crafting": klassisches französisches Parfümeurhandwerk verbunden mit moderner Technologie. Am deutlichsten wird das beim Osmologue, einer Maschine in der Pariser Boutique.
"Wir sind im Geist ziemlich avantgardistisch, deshalb sprechen wir die nächste Generation von Luxuskunden an. Es ist nicht nur etwas, das man trägt, sondern etwas, das wirklich ausdrückt, wer man ist."
- Sylvie Loday, Co-Gründerin von Ex Nihilo, in Robb Report (übersetzt)
Kunden durchlaufen dort ein persönliches Gespräch, bevor der Osmologue in wenigen Minuten eine individuelle Komposition zusammenstellt. Das klingt nach Gimmick, ist aber durchdacht: Die Maschine dosiert die reinen Absolues und Moleküle grammgenau, was von Hand in dieser Präzision nicht möglich wäre.
Die Kollektion umfasst mittlerweile über 15 Düfte - von floral bis woody, von frisch bis intensiv. Diese fünf zeigen die Bandbreite der Marke.
Ex Nihilo wird oft als "disruptiv" beschrieben, und das stimmt in gewisser Weise. Die Gründer kamen als Outsider, ihre Flakons mit den architektonischen Linien und dem tiefen Blau sehen anders aus als das, was man sonst in der Nische findet. Aber die eigentliche Stärke liegt woanders: in der konsequenten Freiheit, die sie ihren Parfümeuren geben.
Auf Fragrantica und in der Community wird vor allem Fleur Narcotique gefeiert - ein Duft, der es geschafft hat, ohne großes Werbebudget viral zu gehen. Aber auch die ruhigeren Kompositionen wie Santal Calling oder Cologne 352 (benannt nach der Hausnummer der Boutique) verdienen Aufmerksamkeit.
Ex Nihilo Düfte leben von Details, die man erst nach mehreren Stunden auf der Haut entdeckt. Die exklusiven Captives-Moleküle entwickeln sich anders als bekannte Zutaten. Ein kurzer Teststreifen im Laden gibt dir davon nur einen Bruchteil mit.
Mit der Probenbox kannst du verschiedene Facetten der Marke in Ruhe zu Hause testen. Probier den Unterschied zwischen Fleur Narcotique und dem konzentrierteren Fleur Narcotique Extrait, oder finde heraus, ob Blue Talisman wirklich zu dir passt.