Narcotico ist nicht nur ein Duft, es ist ein Zustand. Meo Fusciuni hat ihn um die Idee von Abhängigkeit, veränderter Wahrnehmung und Hingabe herum aufgebaut, und das spürt man sofort. Dies ist kein linearer Duft – er bewegt sich wie ein langsamer Abstieg. Der Auftakt wirkt dunkel und fast berauschend, mit einer alkoholischen, harzigen Wärme, die sofort die Konturen verschwimmen lässt. Es gibt eine Süße, aber sie ist schattenhaft, als ob man ihr nicht ganz trauen dürfte. Sie gibt den Ton an: Hier geht es darum, die Klarheit zu verlieren, nicht die Helligkeit. Im weiteren Verlauf übernehmen Tabak und balsamische Harze die Führung, dickflüssig und einhüllend. Dies ist das Herz der Geschichte – die narkotische Phase. Die Zeit scheint hier langsamer zu vergehen. Alles ist dicht, klebrig und immersiv, als wäre man in einem dämmrigen Raum voller Rauch und warmer Luft gefangen. Es ist sinnlich, aber auf eine stille Weise auch beunruhigend. Der Ausklang löst sich nicht sauber auf. Hölzer und Harze haften auf der Haut, verweilend und intim, und weigern sich, ganz loszulassen. Er wirkt obsessiv, introspektiv, fast beichtend – ein Parfüm über das zu lange Verweilen in einem Gefühl, weil es zu mächtig ist, um es zu verlassen. Deshalb liebe ich Narcotico so sehr. Er ist nicht dazu gedacht, beiläufig getragen zu werden oder um zu gefallen. Er ist emotional, schwer und kompromisslos – ein Duft, der eine Geschichte von Verlangen, Kontrollverlust und Trost in der Dunkelheit erzählt. Einer dieser seltenen Düfte, die sich ehrlich anfühlen, selbst wenn sie unbequem sind.