Ich habe mir von Erba Pura einen ausgeglichenen Unisex-Duft erhofft – was ich bekam, war eine süße, fast übergriffige Fruchtbombe. Die anfängliche Explosion aus synthetisch wirkender Mandarine, Mango und allerlei "Fruchtgummi"-Aromen erschlägt regelrecht die Sinne. Statt Eleganz oder Raffinesse dominiert hier eine penetrante Süße, die kaum Luft zum Atmen lässt. Unisex? Nicht wirklich. Der Duft entwickelt sich sehr feminin – und das auf eine plakative Art, die mehr nach Teenagerparfüm als nach Nischenkunst riecht. Männer, die sich in Richtung klassischer Unisex-Kompositionen wie Molecule 01 oder Philosykos orientieren, dürften hier enttäuscht sein. Erba Pura ist eher etwas für Frauen, die sich nicht entscheiden können, ob sie nach Bonbonladen oder tropischem Cocktail duften wollen – und am liebsten beides auf einmal. Die Haltbarkeit ist zwar beeindruckend, aber leider wird genau das zum Problem: Der Duft klebt stundenlang auf Haut und Kleidung, ohne jemals wirklich angenehmer zu werden. Wer auf schwere, süßlich-fruchtige Düfte mit hoher Lautstärke steht, wird hier vielleicht fündig. Für mich war es einfach zu viel von allem – zu süß, zu aufdringlich, zu wenig ausgewogen. Schade um die schöne Verpackung. Der Inhalt wirkt leider eher laut als luxuriös.