Radio Bombay ist für mich ein Duft, der sich nicht sofort erklärt – und genau darin liegt seine Stärke. Auf den ersten Moment wirkt er weich und fast lieblich, getragen von einer ungewöhnlichen Kombination aus Kokosnuss, Holz und einer würzigen Tiefe. Eigentlich eine Mischung, von der man denken würde, dass sie nicht funktioniert. Tut sie aber. Und wie. Mit der Zeit entfaltet sich etwas sehr Eigenes: ein warmes, leicht kupfernes Holz, durchzogen von einer trockenen Würze, während die Kokosnote immer nur andeutet, nie dominiert. Es ist kein tropischer Strandduft, sondern eher die Vorstellung eines Sommerabends am Meer – irgendwo weit weg, vielleicht am Indischen Ozean, wenn die Hitze des Tages langsam nachlässt. Am Körper getragen fühlt sich Radio Bombay bewusst und sehr nischig an. Er unterscheidet sich deutlich von meinen anderen Sommerdüften und genau das macht ihn so reizvoll. Gleichzeitig ist er kein Lautsprecher: Bei wenigen Sprühstößen kann er untergehen, verlangt also ein wenig Aufmerksamkeit beim Auftragen. Gibt man ihm diesen Raum, entfaltet er eine ruhige, elegante Präsenz – besonders abends, bei Dinnern oder Veranstaltungen. Radio Bombay ist kein Alltagsduft und auch kein gefälliger Crowd-Pleaser. Er ist eine Entscheidung. Eine für Wärme, Eigenständigkeit und Atmosphäre. Für mich ist er genau deshalb einer der spannendsten Sommerdüfte – und ein fester Kandidat für die kommenden Sommerabende.